Fermentieren - alles, was ihr wissen müsst (inkl. Anleitung)
Gemüse fermentieren erlebt gerade ein echtes Comeback – und das völlig zu Recht.
Die traditionelle Methode, Gemüse milchsauer zu konservieren, sorgt nicht nur für intensiven Geschmack, sondern kann auch die Bekömmlichkeit verbessern und Lebensmittel länger haltbar machen.
Das Beste: Gemüse fermentieren ist überraschend einfach und gelingt auch Anfängern problemlos. Mit ein paar Grundregeln könnt ihr Möhren, Kohl & Co. ganz unkompliziert selbst fermentieren.
In diesem Artikel zeigen wir euch Schritt für Schritt, wie Fermentation funktioniert, welches Gemüse sich besonders gut eignet und mit welchen Tipps eure Fermente garantiert gelingen.
Rezepte
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Fermentierte Tomatensalsa aus dem Thermomix®
Frisch, würzig & probiotisch: Salsa-Genuss, perfekt zu Nachos -
Fermentierte Radieschen
Pluspunkt für die Gesundheit & Perfekt als Resteverwertung -
Fermentiertes Gemüse - Kohrabi, Weißkohl, Karotte, Paprika
Leckere Resteverwertung & gut für die Gesundheit
Fermentieren – alles, was ihr wissen müsst (inkl. Anleitung für Anfänger)
Fermentieren liegt voll im Trend – und das aus gutem Grund! Die uralte Methode macht Lebensmittel nicht nur länger haltbar, sondern sorgt auch für ein intensives Aroma und kann die Bekömmlichkeit verbessern. Ob Sauerkraut, Kimchi oder fermentierte Möhren: Mit ein paar Grundregeln gelingt euch milchsauer eingelegtes Gemüse ganz einfach zu Hause.
In diesem Guide erfahrt ihr:
was Fermentieren genau bedeutet
warum fermentiertes Gemüse so beliebt ist
wie ihr selbst fermentiert
welche Fehler ihr vermeiden sollte
Was bedeutet fermentieren?
Fermentieren ist eine traditionelle Methode zur Haltbarmachung von Lebensmitteln. Dabei werden Stoffe durch Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen oder Pilze umgewandelt. Während dieses Prozesses entstehen Säuren, Gase oder Alkohol, die das Lebensmittel konservieren und geschmacklich verändern.
Typische fermentierte Lebensmittel sind zum Beispiel:
Joghurt und Käse
Sauerkraut
Sauerteigbrot
Salami
Kombucha oder Kefir
Je nach Produkt werden gezielt Kulturen zugesetzt (z. B. bei Joghurt oder Brot). Gemüse fermentiert dagegen besonders unkompliziert, weil die benötigten Milchsäurebakterien bereits natürlich auf der Oberfläche sitzen.
👉 Für milchsauer vergorenes Gemüse braucht ihr meist nur: Gemüse + Salz.
Was passiert bei der Milchsäuregärung?
Beim Fermentieren von Gemüse wandeln Milchsäurebakterien den enthaltenen Zucker unter Sauerstoffausschluss (anaerob) in Milchsäure um. Dadurch entsteht ein saures Milieu:
schädliche Keime werden gehemmt
das Gemüse wird haltbar
das typische fermentierte Aroma entsteht
Wichtig: Das Gemüse muss vollständig von Lake bedeckt sein, damit die Gärung optimal abläuft.
Pluspunkt für die Gesundheit
Fermentierte Lebensmittel sind nicht nur aromatisch, sondern können auch positive Effekte auf die Ernährung haben.
Mögliche Vorteile:
unterstützen eine vielfältige Darmflora
können die Verdauung verbessern
liefern natürliche Milchsäurebakterien
können die Nährstoffverfügbarkeit erhöhen
Die enthaltenen Bakterien können das Darmmikrobiom vielfältiger machen und „gute“ Bakterienstämme fördern.
💡 Tipp: Fermentiertes möglichst roh genießen – starke Hitze kann lebende Kulturen reduzieren.
Perfekt zur Resteverwertung
Fermentieren eignet sich hervorragend, um überschüssiges Gemüse haltbar zu machen. Besonders praktisch für:
große Ernten aus dem Garten
Gemüse-Reste im Kühlschrank
nachhaltige Zero-Waste-Küche
Fast jedes Gemüse lässt sich fermentieren – der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.
Welches Gemüse kann man fermentieren?
Grundsätzlich funktionieren viele Gemüse- und sogar Obstsorten. Für Einsteiger empfehlen sich jedoch feste, knackige Sorten, da sie besonders gelingsicher sind.
Ideal für den Start:
Weißkohl
Spitzkohl
Chinakohl
Möhren
Kohlrabi
Rettich
Radieschen
Weniger geeignet für Anfänger: sehr wasserreiche Gemüse (z. B. Gurken), da sie schneller weich werden.
Grundanleitung: Gemüse fermentieren
Schritt 1: Gemüse vorbereiten
putzen
schadhafte Stellen entfernen
in gleich große Stücke schneiden
anschließend wiegen
Schritt 2: Salz zugeben
Goldene Regel:
👉 2 % Salz bezogen auf das Gemüsegewicht
Beispiel:
1000 g Gemüse → 20 g Salz
Das Gemüse mit dem Salz gründlich durchkneten und etwa 1–2 Stunden ruhen lassen. Dabei zieht das Salz Flüssigkeit aus dem Gemüse.
Schritt 3: In Gläser füllen
Gemüse sehr dicht einschichten
Lufteinschlüsse vermeiden
entstandene Flüssigkeit darübergeben
Reicht die Flüssigkeit nicht aus, mit Salzlake auffüllen.
Salzlake herstellen:
1000 g Wasser
20 g Salz
→ rühren, bis sich alles gelöst hat
Wichtig: Das Gemüse muss vollständig bedeckt sein.
Kann man Fermentiergut würzen?
Ja, und das lohnt sich geschmacklich sehr! 😊
Gut geeignet sind:
Lorbeer
Pfefferkörner
Senfkörner
Zitronenscheiben
Rosmarin
Thymian
Koriander
👉 Gewürze immer unter die Lake drücken, sonst kann sich leichter Schimmel bilden.
Wie lange dauert die Fermentation?
Das hängt von mehreren Faktoren ab:
Temperatur
Salzgehalt
Gemüsesorte
persönlicher Geschmack
Faustregel:
erste Gärung: einige Tage
voller Geschmack: nach mehreren Wochen
Probiert zwischendurch immer mit einem sauberen Löffel.
👉 Je länger fermentiert, desto saurer wird das Gemüse.
Wenn euch der Geschmack passt:
Fermentierdeckel ersetzen
in den Kühlschrank stellen
Dort hält sich das Ferment meist 4–6 Wochen oder länger, sofern es stets von Lake bedeckt ist.
Welche Gläser eignen sich?
Ideal sind spezielle Fermentiergläser mit Gäraufsatz. Sie lassen entstehende Gase entweichen und minimieren das Risiko von Fehlgärungen.
Alternativ funktionieren auch normale Einmachgläser.
Wichtig dabei:
Deckel nicht komplett fest verschließen
oder mit Gaze abdecken
Glas nicht randvoll füllen
immer ein Gewicht verwenden
Geeignete Gewichte:
Fermentiergewichte
kleine Glasdeckel
ausgekochte Glasmurmeln
👉 Wichtig zu wissen: Fermentiertes ist kein Wundermittel und ersetzt keine ausgewogene Ernährung. Entscheidend ist die regelmäßige, maßvolle Integration in den Speiseplan.
⚠️ Das solltet ihr unbedingt beachten
sauber arbeiten (aber nicht steril)
nur reines Salz ohne Jod und Rieselhilfe verwenden
Gemüse immer vollständig unter der Lake halten
bei Schimmel das Ferment entsorgen
Häufige Probleme beim Fermentieren (Kurz-FAQ)
Weißer Film oben?
→ meist Kahmhefe, vorsichtig entfernen.
Flauschiger Belag, grün oder schwarz?
→ Schimmel → leider entsorgen.
Gemüse zu weich?
→ oft zu warm fermentiert oder zu wenig Salz.
👉 Und jetzt wird’s praktisch:
Hier findet ihr unsere Rezepte für fermentierte Radieschen, fermentierten Weißkohl, Karotten und Paprika und fermentierte Tomatensalsa.





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